Modified: 12.06.2005

 

Meinen Aufenthalt in Melbourne habe ich durch einen kurzen Flug nach Adelaide, der größten Stadt von South Australia, unterbrochen. Dort herrscht ein deutlich heißeres Klima und eine ganz andere Atmosphäre: Obwohl Adelaide rund eine Million Einwohner hat, fühlt sich das Stadtzentrum eher wie das einer Kleinstadt an.

 

Von Adelaide selbst habe ich gar nicht so viel gesehen: Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt haben wir uns einen Mietwagen genommen und sind in die Umgebung gefahren. In der schönen hügeligen Landschaft wird Wein angebaut. Weiter im Westen gibt es noch einige Dörfer, die von deutschen Immigranten gegründet wurden. Auch dort haben wir einmal kurz vorbeigeschaut, uns vor der greulichen Zurschaustellung aller möglichen deutschen Dinge jedoch schnell in die Badeorte südlich von Adelaide abgesetzt. Die Karte zeigt unsere gesamte Tour (die orangen Quadrate sind die wesentlichen Orte, die Ortsnamen werden angezeigt, wenn man mit dem Mauszeiger darauf zeigt).

 

 

Das Stadtzentrum von Adelaide besteht im Wesentlichen aus einigen etwa 5 stöckigen Häuserblocks europäischen Stils, es wird umrandet von einem grünen Mantel aus Parks. Da Adelaide die Haupstadt von South Australia ist, finden sich hier auch ein relativ großes Museum und weitere repräsentative Gebäde. Als echtes architektonisches Juwel habe ich allerdings das Palmenhaus im Botanischen Garten empfunden. Es wurde von Gustav Runge konzipiert, die Teile wurden von J.F. Hoper in Bremen gefertigt, aufgebaut wurde es hier in Adelaide 1876. An einigen Straßenzügen sammeln sich Bars und Restaurants, so dass Jana und ich anlässlich unseres Wiedersehens hier erst einmal Seafood essen mussten und uns danach jeder zwei "Fuzzy Peach" Cocktails in der Bar um die Ecke gegönnt haben. Ein kulinarisches Highlight war am nächsten Morgen ein Laden namens Chocolate Bean, hier gibt es unter anderem Schokoladensuppe, Schokoladenfondue und auch Schokoladentortillas...

 

Verlässt man Adelaide in nordöstlicher Richtung, so gelangt man sehr bald in die Adelaide Hills, eine schöne Landschaft aus sanften Hügeln, die mit goldgelben Gräsern bewachsen sind. Hier sind wir ein wenig mit dem Mietwagen herumgekurvt, haben uns allerdings nicht bis ins nördlich gelegene Barossa Valley bemüht, welches eine der bekanntesten Weingegenden Australiens ist. Uns hat es mehr in die östliche Richtung gezogen. Vielleicht muss man nicht unbedingt die deutsch-stämmigen Orte Lobethal und Hahndorf hineinfahren, insbesondere Hahndorf ist unglaublich touristisch und sicher schon sehr lange nicht mehr authentisch. Wer billige UND hässliche Souvenirs braucht, könnte hier fündig werden, das angeblich deutsche Essen dort war irgendwie interessant, aber nicht wirklich gut: Durchaus typisch deutsche Zutaten (Sauerkraut, Grünkohl etc), aber ein ganz anderer Geschmack... Die Umgebung dieser Orte ist allerdings hübsch, eine Fahrt durch die Gegend am Cudlee Creek, Mount Torrens und Kangaroo Creek Reservoir ist den Weg wert. Und zu guter letzt sind wir von Osten wieder in Richtung Adelaide gefahren, um das wohl bekannteste Weingut Australiens zu besuchen: Penfolds.

 

Penfolds ist der Hersteller einiger sehr guter Weine, insbesondere stammt der Grange aus diesem Hause, wohl der berühmteste Rotwein Australiens. Grange ist ursprünglich Penfolds Grange Hermitage "Bin 95" und besteht i.d.R. aus mehr als 90% Shiraz Trauben und ein wenig Cabernet. Eine Flasche kann leicht ein paar Hundert australische Dollar kosten und ältere Jahrgänge auch ein echtes Vermögen. Es gibt aber einige deutlich günstigere Alternativen von Penfolds, sehr gute Shiraz-Weine sind hier einfach zu Hause. Im Osten von Adelaide liegt die Keimzelle des Penfolds Konzerns, das alte Weingut Magill Estate. Nach wie vor wachsen hier auch einige alte Weinstöcke, hier kann man aber auch sehen, wo und wie Wein hergestellt wird. Natürlich gibt es hier auch Weinverkostungen, damit man sich mal durch die verschiedenen Weinarten durchprobieren kann. Zu unserer Überraschung wurden wir von einem sehr freundlichen Mitarbeiter von Penfolds einfach so zum Verkosten eingeladen und auch auf eine Führung durch die Weinkeller wurden wir mitgenommen (normalerweise kostet das wohl ein wenig). Sehr nett.

 

Auf der nächsten Seite folgt die  Fortsetzung dieser Reise, oder es geht zurück zum Abschnitt über  Melbourne. Oder aber nach oben zum  Überblick.

 

 
Literatur:
 

Australien. Anne Dehne. Stefan Loose Verlag, Berlin, 2001. ISBN: 3-922025-58-7.

Australia Road Atlas. Lonely Planet Publications Pty Ltd, Footscray, Victoria, Australia, August 2000. ISBN: 1-86450-065-4.

Cycling Australia. Lonely Plane Publications Pty Ltd, Footscray, Victoria, Australia, April 2001. ISBN: 1-86450-166-9.

 

 
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