Modified: 29.05.2005

 

Nach meiner Rückkehr aus  Tasmanien hatte ich eine Weile Gelegenheit, Melbourne kennenzulernen. Die Stadt hat einen ziemlich europäischen Charme, sie ist weniger touristisch als Sydney und verbreitet eine ganz andere Stimmung: Während Sydney eine Stadt der Sehenswürdigkeiten und Highlights ist, lädt Melbourne mit seinen Cafés, Bars, Restaurants und Läden einfach zum Verweilen, Bummeln und Genießen ein. Die Karte zeigt die Lage von Melbourne an einer riesigen Bucht:

 

 

Untergekommen bin ich im besten Hostel der Welt in Saint Kilda, einem Vorort südlich vom Zentrum. Ehemals ein mondänen Seebad, war Saint Kilda zwischenzeitlich ziemlich heruntergekommen, hat aber mittlerweile wieder einen besseren Ruf. Saint Kilda ist der Standort diverser Hostels, es gibt einen langen Sandstrand und einen Vergnügungspark namens Luna Park, an Sonntagen verwandelt sich die Promenade in einen sehr schönen Markt an der Promenade, auf dem neben einigem Kitsch auch schöne Bilder und Schmuck von den Künstlern selbst verkauft werden. Ich habe dort zwei Originale von Karen Mason erworben, die nun mein Wohnzimmer schmücken.

 

Im Norden der City befindet sich das Melbourne Museum. Hier wird insbesondere Naturwissenschaft anschaulich vermittelt. Ich habe dort eine große Insektenausstellung gesehen, endlich konnte ich mir die giftigen Spinnen Australiens einmal ansehen, von denen mir sonst keine einzige begegnet ist. Schön ist auch das Stück Regenwald, das dort gemeinsam mit nachdenklich stimmendend Bildern von der Rodung der Wälder präsentiert wird. Als gute Idee habe ich die riesige Abteilung für Kinder empfunden, wo sehr spielerisch Wissen vermittelt wird. Mit gemischten Gefühlen habe ich den CSIRAC, einen der ersten Computer der Welt, angeschaut. Dieser raumfüllende Apparat ist tatsächlich noch funktionsfähig.

 

Wie in vielen anderen Hafenstädten gibt es auch in Melbourne die Docklands. Wo früher Stückgut von Frachtschiffen umgeschlagen wurde, werden heute moderne Wohnviertel gebaut, die durch ihre Nähe zur Innenstadt attraktiv sind. Die Melbourner Docklands fand ich nicht so beeindruckend wie z.B. die von London, lustig sind einige Kunstwerke der moderneren Art, die hier die etwas kühle Atmosphäre der Gebäude auflockern.

 

Ansonsten habe ich mich in Melbourne sehr gut erholt, war einige Male shoppen, habe mir den Victoria Market angesehen, wo das Angebot von billigstem Ramsch bis zu schönen und sehr leckeren Dingen reicht und habe das süße Nichtstun sehr genossen. Viele schöne Läden gibt es in der Brunswick Street, dort wechseln sich Cafés und Design-Läden ab. Spannend kann auch ein Spaziergang entlang der Chapel Street sein, die im Süden zunächst mit sehr progressiven, wenig gestylten Läden aufwartet, die in Richtung Norden dann immer nobler und schicker werden. Melbourne hat auch einiges an moderner Kunst zu bieten, z.B die Ausstellungen des Museum of Art und am Federation Square, um nur zwei zu nennen. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Evelyn, die ich im Hostel kennengelernt habe: Sie war die Quelle vieler guter Tipps und hat immer sehr viel gute Laune verbreitet. :-)

 

Auf der nächsten Seite folgt die  Fortsetzung dieser Reise, oder es geht zurück zum Abschnitt über  Tasmanien. Oder aber nach oben zum  Überblick.

 

 
Literatur:
 

Australien. Anne Dehne. Stefan Loose Verlag, Berlin, 2001. ISBN: 3-922025-58-7.

Australia Road Atlas. Lonely Planet Publications Pty Ltd, Footscray, Victoria, Australia, August 2000. ISBN: 1-86450-065-4.

Cycling Australia. Lonely Plane Publications Pty Ltd, Footscray, Victoria, Australia, April 2001. ISBN: 1-86450-166-9.

 

 
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