Modified: 10.04.2005

 

Sydney ist natürlich das Ziel der meisten Australien-Reisenden. Eine Metropole mit mehr als 4 Mio Einwohnern, wunderschön gelegen an einer riesigen Bucht, und die weltbekannte Oper, das ist Sydney. Ich habe fast eine Woche in Sydney verbracht, was einerseits viel zu kurz ist, andererseits ausreicht, um einen kleinen Einblick in die Stadt zu gewinnen. Dabei sollte man nicht nur das Stadtzentrum durchkreuzen, sondern auch mal die weitere Umgebung besuchen: Die südlichen Strände (am bekanntesten natürlich Bondi-Beach) sind sehr pittoresk und der South-Head, die südliche Begrenzung der Bucht von Sydney, bietet einen sehr schönen Blick auf die Stadt. Ebenfalls sehenswert, aber vielleicht nicht so unglaublich, wie immer angepriesen, ist der Blue Mountains Nationalpark 70km westlich von Sydney.

 

Ich bin im Viertel Kings Cross untergekommen, also ein Stück östlich des Stadtzentrums, eine Gegend voller Leben mit vielen Hostels, aber auch mit Rotlichtmilieu und dunkleren Gestalten. Von hier kann man jedoch durchaus noch zu Fuß ins Stadtzentrum marschieren, ein guter Ausgangspunkt also. Auf dem Weg gelangt man dabei zunächst in den riesigen botanischen Garten, der sich an der Bucht entlangzieht und einen herrlichen Blick auf die weltberühmte Oper freigibt, die wie auf dem Präsentierteller auf einer Landzunge in der Bucht liegt. Hier auf der großen Wiese des Gartens lässt sich wunderbar Picknicken, etwas Sushi mitgebracht und beim besten Blick der Stadt etwas Sonne tanken. Hochzeiten finden ebenfalls gerne auf dieser Wiese statt, wer kann bei dieser Aussicht schon Nein sagen?

 

Sydneys Oper ist sicherlich das bekannteste Gebäude Australiens und wirklich ein sehr gelungenes Stück Architektur. Schöpfer dieses Werks ist der Dänen Jørn Utzon, der die internationale Ausschreibung 1957 gewann. Gebaut wurde bis 1973 an dem Gebäude, dessen schöne Sonnensegel malerisch in den Himmel ragen. Gemeinsam mit der nahegelegenen Harbour Bridge bildet die Oper den optischen Fokus der Stadt.

 

Die Harbour Bridge wurde 1932 fetriggestellt und ist wohl immer noch die größte Stahlbogenbrücke der Welt (aber nicht die längste). 53000 Tonnen Stahl wurde hier verarbeitet, sechs Millionen Nieten halten das ganze zusammen. Eine Attraktion ist der zugegebenermaßen teure Bridgeclimb, man kann auf den Brückenbogen hinaufsteigen und von dort wohl die beste Aussicht auf Sydney genießen. Das ganze geht i.d.R. mit Voranmeldung, dann muss man sich in einen Overall stecken lassen und darf garantiert keinen Gegenstand mitnehmen (leider auch keine Kameras, man könnte ja etwas von oben auf die Fahrbahnen der Brücke fallen lassen). Während des ganzen Spaziergangs ist man permanent durch einen sehr trickreichen Mechanismus an einem Drahtseil angeseilt, das den gesamten Weg wie eine Reeling entlangläuft. Angst kommt auf dem Weg nach oben auch nicht wirklich auf: Es ist hier sicher weniger risikoreich als irgendwo in der Stadt die Straße zu überqueren. Aber dort oben zu stehen ist wirklich ein Erlebnis.

 

Ansonsten hat Sydney natürlich auch noch andere schöne Seiten. Darling Harbour ist der umgestaltete Hafenbereich, der nun Hotels, Museen, das Sydney Aquarium und diverse weitere Attraktionen beinhaltet, eine Hochbahn fährt direkt mittendurch. Ebenfalls sehenswert ist The Rocks, das Viertel, in dem auch die Harbour Bridge beginnt. Hier stehen noch einige alte Gebäude und hier findet auch ein sehr schöner Markt statt. Ich habe auch einige Zeit in Kings Cross verbracht, der Stadtteil ist sehr lebendig und nicht so touristisch.

 

Unbedingt ansehen sollte man sich auch die Küste südlich der Bucht von Sydney. Ich bin zunächst nach Bronte Beach geradelt und von dort immer der Küste entlang bis zum South Head gefahren. Hier kommt man auch am berühmten Bondi Beach vorbei, es gibt auch das eine oder andere alte Light House zu sehen und immer wieder kann man schöne Blicke auf die Steilküste und das Meer erhaschen. Am Bondi Beach war gerade Sculpture at the Sea, eine Kunstausstellung entlang der Felsen, wo sehr moderne Werke gezeigt werden, die z.T. sehr schön Bezug nehmen auf den Ozean und die Felsen. Leider hatte ich sehr wechselhaftes Wetter, so dass ich sehr angenehm überrascht war, am South Head den schönsten Sonnenuntergang meiner Australien-Reise zu erleben. Von hier kann man über die Bucht auf Sydney im Sonnenuntergang schauen!

 

Wer nicht nur die Stadt ansehen möchte, der sollte ganz sicher einmal einen Abstecher in die Blue Mountains machen, einem Nationalpark ca. 70km westlich der Stadt. Die Berge bildeten lange Zeit eine unüberwindliche Barriere für die Besiedlung des Westens, bis einige findige Wegsucher einen Weg nicht durch die Täler des Gebirges probierten, sondern über das Gebirgsplateau. Wer in den Blue Mountains unterwegs ist, bekommt dies immer noch zu spüren: Die Straßen laufen oben auf den Bergrücken, wenn man in die Natur wandern will, muss man erst einmal steil den Hang hinunter steigen, um auf dem Rückweg wieder mühsam hinaufzukraxeln. Dafür bekommt man hier wirklich sehr schöne Blicke in die Landschaft geboten.

 

Auf der nächsten Seite folgt die  Fortsetzung dieser Reise, oder es geht zurück zum Abschnitt über  Brisbane. Oder aber nach oben zum  Überblick.

 

 
 
Literatur:
 

Australien. Anne Dehne. Stefan Loose Verlag, Berlin, 2001. ISBN: 3-922025-58-7.

Australia Road Atlas. Lonely Planet Publications Pty Ltd, Footscray, Victoria, Australia, August 2000. ISBN: 1-86450-065-4.

Cycling Australia. Lonely Plane Publications Pty Ltd, Footscray, Victoria, Australia, April 2001. ISBN: 1-86450-166-9.

Weitere Literaturverweise und Links gibt es in den Seiten zu den einzelnen Orten, die im Text verlinkt sind.

 

 
 
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