Modified: 09.04.2005

 

Brisbane ist die Hauptstadt von Queensland und die einzige Millionenstadt hier im Norden. Das Zentrum der Stadt liegt nicht am Meer, sondern weiter im Landesinnern, schmiegt sich jedoch genau in eine Kurve des Brisbane River. Am Ufer liegen sowohl der botanische Garten als auch die sehenswerten Southbank Parklands, eine Mischung aus Park, Freibad, Museumsmeile und Restaurantviertel. Genauso sehenswert sind allerdings auch die Roma Street Parklands direkt am Bahnhof oder etwas weiter draußen Mount Coot-tha. Bei diesem Hügel gibt es einen zweiten, sehr guten botanischen Garten mit Blick auf die Skyline von Brisbane, ebenso kann man von hier durch die umliegenden Wälder wandern.

 

In Brisbane habe ich einige Tage verbracht, die erste australische Großstadt, die ich zu Gesicht bekomme. Alles in Allem wirkt Brisbane recht amerikanisch: Das Zentrum mit seinen Hochhäusern, die direkt an den Brisbane River grenzen, der Busbahnhof mit seinen Terminals (ich steige im zweiten Stock aus und muß mit meinem Fahrrad erst den Weg nach unten suchen), die breiten Straßen einer Auto-dominierten Stadt. Nach meiner Ankunft am späten Abend muss ich noch eine Unterkunft suchen, etwas stressig und nicht ganz billig, und insbesondere nicht wirklich schön. Egal, ist ja nur für ein paar Nächte.

 

Der Stadtkern von Brisbane hat allerdings auch einiges nettes zu bieten: Schöne Plätze, geziert von modernen Brunnen, einige alte Gebäude, die in wirkungsvollem Kontrast zu den modernen Hochhäusern stehen, und einen botanischen Garten mitten in der Stadt. Von dort kann man am mangrovenbewachsenen Flussufer entlang bis ins Zentrum wandern. Sehenswert ist vielleicht auch das kleine Chinatown. Nicht versäumen sollte man einen Spaziergang über die Story Bridge zum Kangaroo Point. Auf dieser Seite des Brisbane Rivers lassen sich oft einige Goannas blicken, an den Felsen kann man sich selbst nachts (bei Beleuchtung) im Freeclimbing versuchen.

 

Brisbane hat erst sehr spät festgestellt, dass so ein Fluss mitten durch die City eigentlich auch sehr schöne Seiten haben kann. Dieser Erkenntnis folgte dann auch die Gestaltung der Southbank Parklands auf der Südseite des Flusses, gegenüber vom Zentrum. Hier gibt es nun eine schöne Badelagune unter Palmen, etliche Restaurants und eine schöne Meile zum Promenieren. Der Weg ist gesäumt von den sehr dynamischen Bögen des Energex Arbour, am westlichen Ende befinden sich die Art Gallery und das Queensland Museum. Den östlichen Abschluss der Parklands bildet die Goodwill Bridge, eine schöne, schlanke Fußgängerbrücke.

 

Recht versteckt hinter dem Bahnhof liegt noch ein weiterer schöner Park, die Roma Street Parklands. Hier fließt ein kleiner Fluss durch die üppige Vegetation, in der an einigen Stellen schöne Skulpturen von Rhyl Hinwood zu finden sind. Diese stellen i.d.R. Pflanzenmotive dar, jeweils aufgelockert mit einer (zumeist tierischen) Überaschung.

 

Wem es so geht wie mir, der hat nach recht kurzer Zeit schon die Stadt ein wenig satt. So zog es mich sehr bald zu einem sehr lohnenswerten Ausflugsziel im Westen der Stadt: Mount Coot-tha. Dieser große, bewaldete Hügel ist nicht nur die Heimat einiger Radiosender, sondern es ist der Zugang zu einem schönen Wander- und Erholungsgebiet. Ich bin mit dem Fahrrad heraufgeradelt, eine schöne Rundstrecke führt durch die Landschaft. Das absolute Highlight ist jedoch nicht die Aussichtsplattform auf dem Gipfel (die oftmals von Scharen von Touristen wahrhaft heimgesucht wird), sondern der botanische Garten. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Skyline von Brisbane. Und der botanische Garten hat einiges zu bieten: Das formvollendete Bonsai Haus zeigt einige Prachtexemplare, genauso beeindruckend auch das Farnhaus, in dem sich unter einem hellen Sonnendach sehr malerisch arrangierte Farne und einige Epiphyten heimisch fühlen.

 

Ebenso wohl fühlen sich hier aber auch einige Goannas, die doch recht unvermittelt auf den Wegen herumlungern. Allgemein gibt es hier einige Reptilien zu sehen, insbesondere die auffällig gelb-schwarz gemusterten gelben Wasserdrachen. An jeder Wegbiegung werden die Besucher aus den starren Augen der schuppigen Gesellen beobachtet, so viele Reptilien auf einem Haufen habe ich während meiner ganzen Australien-Reise nicht mehr gesehen. Sehenswert ist &uumml;brigens auch der Friedhof gegenüber dem botanischen Garten. Insbesondere zeigen die über die Hügel verteilten Gräber die ganze Kulturvielfalt der australischen Einwanderer.

 

Auf der nächsten Seite folgt die  Fortsetzung dieser Reise, oder es geht zurück zum Abschnitt über  Fraser Island. Oder aber nach oben zum  Überblick.

 

 
Literatur:
 

Australien. Anne Dehne. Stefan Loose Verlag, Berlin, 2001. ISBN: 3-922025-58-7.

Australia Road Atlas. Lonely Planet Publications Pty Ltd, Footscray, Victoria, Australia, August 2000. ISBN: 1-86450-065-4.

Cycling Australia. Lonely Plane Publications Pty Ltd, Footscray, Victoria, Australia, April 2001. ISBN: 1-86450-166-9.

Weitere Literaturverweise und Links gibt es in den Seiten zu den einzelnen Orten, die im Text verlinkt sind.

 

 
 Anregungen, Lob und Kritik nehme ich gerne entgegen.