Modified: 22.05.2005

 

Nachdem ich Jana bereits zufällig im Bus in Townsville getroffen hatte, sind wir gemeinsam nach Airlie Beach gefahren, dem Ausgangspunkt aller Touren auf die Whitsunday Islands. Airlie Beach ist eine reine Touristenmeile (Stadt kann man nicht wirklich sagen), viele Cafés und Restaurants an der Esplanade, ergänzt durch einige Hostels und Reisebüros. Wir sind im Club Whitsunday untergekommen, der Name ist etwas merkwürdig, es ist ein ganz normales Hostel. Immerhin ist es kein Party-Hostel, hier ist es abends ruhig und morgens gibt es ein nettes Frühstück. Dafür waren die Betten relativ abbruchreif. Da wir erst abends angekommen sind, haben wir nur noch unseren Segeltörn bezahlt, haben eingecheckt und waren Fisch essen (was ziemlich gut war).

 

Und am nächsten Morgen geht es los: Per Bus geht es nach Shute Harbour, dem Fährhafen zu den Whitsundays, wo wir jedoch keine Fähre, sondern ein sehr schönes Segelboot besteigen: Die Hammer, eine hellblaue Maxi, ein richtiges Rennboot. Das gute Stück hat in seinem vorigen Leben fünfmal das Rennen Sydney - Hobart gewonnen, nun blickt es gemächlicheren Fahrten entgegen. Unsere Crew besteht aus Jonny, dem Skipper, seiner Freundin Cara, dem Bordkoch Damian und Crissie, dem Mann für alle Fälle. Wir segeln nun die nächsten drei Tage zwischen den Whitsundays herum, insgesamt wird es wohl eine Standardroute: An Whitsunday Island entlang nach Norden, durch die Hook Passage auf die Ostseite der Insel, dort wieder hinunter zum Whitehaven Beach. Danach wird die Umrundung von Whitsunday Island abgeschlossen und es geht zurück nach Shute Harbour. Die Karte zeigt unsere Route (die orangen Quadrate sind die wesentlichen Orte, die Ortsnamen werden angezeigt, wenn man mit dem Mauszeiger darauf zeigt).

 

 

Und an Bord haben wir dann auch gleich volles Programm. Wir dürfen zwar leider nur wenig beim Segeln helfen (auch ich darf nicht wirklich mit zupacken, obwohl ich einen Segelschein habe), aber uns wird noch ein Tauchgang angeboten. Und das sogar für jene Leute, die noch keinen Tauchschein haben. Also entschließe auch ich mich, die 75 Dollar zu investieren, um wenigstens einmal im Great Barrier Reef mit Ausrüstung zu tauchen. Zunächst gibt's Erklärungen, während wir Kurs nach Norden auf Hook Island nehmen. Als wir vor der Küste ankommen, geht's hinüber zu einer Tauchplattform, wo ein paar Tauchlehrer diverse Boote bereits verarzten: Gerät anlegen, hinein ins Vergnügen, auftauchen, ablegen, der Nächste bitte. Anyways, nach einer Weile Wartezeit komme auch ich an die Reihe. Leider werden die Anfänger sozusagen an der Hand durch's Riff geführt, so richtig freies Tauchen hätte ich ja lieber mal probiert. Andererseits kann man so ohne Tauchschein und nach 5 Minuten Atem- und Schwimmanweisung einfach mal das Riff sehen. Sehr schön. Mir fällt nur wieder auf, wie farblos das Riff ist, wenn man es nicht mit Kunstlicht anleuchtet. Alles ist eher blau in blau. Nach diesem Erlebnis geht's weiter mit dem Segeln. Leider haben wir einen Motorschaden, ein Keilriemen ist gerissen, so dass wir nicht ganz so können, wie geplant. Wir verbringen also die Nacht im ruhigen Wasser der Hook Passage, badend, lesend, Wein trinkend, ein schöner Abend.

 

Der nächste Tag läuft nicht so ganz nach Plan, der neue Keilriemen kommt nicht sehr zeitig, und auch mit dem guten Stück geht es nicht so recht los (es gab ja wohl auch einen Grund, warum der alte Keilriemen gerissen ist, und der muss auch noch behoben werden). Also verbringen Jonny und Cara den Tag abwechselnd im Motorraum, während wir nur wenig segelnd vorankommen. Crissie fährt uns an den schönsten Stellen mit dem Schlauchboot umher, so können wir an einer Stelle schnorcheln, wo der Sandstrand direkt ins Korallenriff übergeht. Hier ist Schnorcheln wirklich prima, ohne das ganze Tauchgerät kann man trotzdem unglaublich viel sehen. Wir entdecken sogar eine Meeresschildkröte, der wir eine Weile folgen: Was für eine elegante Fortbewegung diese Tiere unter Wasser an den Tag legen!

 

Und auf der Ostseite von Whitsunday Island erreichen wir dann die größte Attraktion der Reise: Whitehaven Beach. Ein sagenhaft weißer Sandstrand liegt vor uns, hellblaues Meer, strahlender Sonnenschein, da kommt Karibik-Feeling auf. Wir werden an Land abgesetzt und wandern im Sand umher, faulenzen, machen eine kleine Exkursion in den Eukalyptuswald, der direkt hinter dem Strand beginnt. Hier gelangt man auf einen Lookout, von dem man weit auf's Meer schauen kann. Auf dem Rückweg läuft uns dann noch ein Goulds Goanna über den Weg (im wahrsten Sinne des Wortes), eine etwa 1.50m lange Echse. Das gute Tier beobachtet uns ein wenig argwöhnisch, bevor es den Weg überquert und verschwindet dann zügig zwischen den Bäumen. Zurück am Strand mache ich mich noch erfolgreich auf die Suche nach Krebsen, die sich zwischen den Felsen hier verstecken. Und dann geht's zurück an Bord der Hammer.

 

Der Rest des Tages ist schnell vorbei, immerhin scheint der Motor wieder fit zu sein, aber wir machen nur noch einen ruhigen Ausklang an der Seite eines anderen Bootes unseres Veranstalters. Am nächsten Morgen geht es dann auch mal wieder unter Segeln auf der Südseite von Whitsunday Island entlang, Richtung Festland. Hier kann man noch ein paar herrliche Ausblicke auf die Unmenge kleiner Inseln werfen (eine davon ist tatsächlich geformt wie ein Affenkopf im Profil), bei bestem Wetter beenden wir unseren Segeltörn. Im Hafen müssen wir noch das Merchandising unseres Veranstalters über uns ergehen lassen (wobei es immerhin wirklich schöne Shirts zu kaufen gibt), dann geht es zurück nach Airlie Beach.

 

Den nächsten Tag schlagen wir dann halbwegs am Strand von Airlie Beach tot, unser Bus in Richtung Süden geht erst abends um 20:00 Uhr. In aller Ruhe wird erst gefrühstückt, dann noch ein wenig eingekauft, und die ganze Promenade von Airlie Beach inspiziert. Nach einem faulen Tag laden wir unser Gepäck in den Bus und verbringen die Nacht auf der Fahrt nach Hervey Bay, wo eine Geländewagentour auf Fraser Island auf uns wartet.

 

Auf der nächsten Seite folgt die  Fortsetzung dieser Reise, oder es geht zurück zum Abschnitt über  Townsville. Oder aber nach oben zum  Überblick.

 

 
Literatur:
 

Australien. Anne Dehne. Stefan Loose Verlag, Berlin, 2001. ISBN: 3-922025-58-7.

Australia Road Atlas. Lonely Planet Publications Pty Ltd, Footscray, Victoria, Australia, August 2000. ISBN: 1-86450-065-4.

Cycling Australia. Lonely Plane Publications Pty Ltd, Footscray, Victoria, Australia, April 2001. ISBN: 1-86450-166-9.

Weitere Literaturverweise und Links gibt es in den Seiten zu den einzelnen Orten, die im Text verlinkt sind.

 

 
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