Modified: 15.01.2005

 

Cairns im Nordosten Australiens war das erste Ziel meiner Australienreise. Die Reise dorthin war bereits das erste Abenteuer, allerdings eines der Art, bürokratische Hindernisse und ewige Flugzeiten zu bewältigen. Zunächst musste das Problem des Fahrradtransports gelöst werden: 20kg Freigepäck sind einfach zu wenig. Daher bin ich mit Air New Zealand den Umweg über die USA geflogen. Dies bedeutet zwar einen signifikanten Umweg (die Anreise über Asien ist deutlich kürzer), jedoch sind Amerikaner offenbar die Weltmeister im Gepäckmitnehmen, 2 Gepäckstücke mit jeweils 32kg dürfen mitgenommen werden (plus Handgepäck). Nachdem meine Eltern mich am Flughafen abgeliefert hatten und ich erfolgreich eingecheckt hatte, ging der zermürbende Teil los. Flug nach London, Flug nach Los Angeles, dort offizielle Einreise (obwohl das ein Transitflug ist), dann weiter nach Auckland. Beim Flug nach Neuseeland überquert man die Datumsgrenze, also ist es gleich zwei Tage später, wenn man dort ankommt. Und dann noch weitere 5 Stunden bis nach Cairns, am 28.09. gegen Mittag trudel ich auf dem Flughafen ein. Das macht etwa 37 Reisestunden, davon rund 26 über den Wolken.

 

Dann beginnt es wieder einmal etwas unerwartet: Mein ganzes Gepäck, bestehend aus 5 Fahrradtaschen und einem Rucksack, ist zwar da, nicht jedoch das Fahrrad! Somit ist es etwas schwierig, das ganze Zeugs zum nächsten Campingplatz zu schaffen, wie ich ursprünglich vorhatte. Also doch ab in den Shuttle-Bus in die Stadt und ein Hostel ausfindig machen. Das ist allerdings in Cairns eine leichte Übung: Kaum eine Stadt in Australien ist so auf Touristen eingestellt wie Cairns. Dutzende Hostels direkt an der Esplanade, ebenso wie hunderte Restaurants und Tourveranstalter. Gibt es hier überhaupt richtige Einwohner? Auf dem Weg zu Hostel lerne ich gleich noch vier deutsche Mädels kennen, mit denen ich in den nächsten Tagen einige Dinge gemeinsam unternehme. Nach einer Dusche geht's erst einmal einkaufen, auch die Gaskartuschen für meinen Kocher sind leichter zu beschaffen als gedacht. Dann noch etwas Reiseplanung und gemeinsam gehen wir fünf dann noch essen. Sehr gutes Seafood gibt es hier, ich probiere die Seabugs, herrlich große Garnelen, sehr lecker.

 

Am nächsten Tag entfliehe ich gleich morgens der Stadt: Green Island, ein echtes Korallenatoll im Great Barrier Reef, ist mein Ziel. Die Insel ist schon sehr kommerzialisiert, riesiger Bootsanleger, befestigtes Ufer, ein Resort mit Cafés und dem obligatorischen Krokodil-Park und ein Hubschrauberlandeplatz. Ein Wanderweg führt in den unberührten Teil der Insel, der Nationalpark ist wirklich sehr schön, tropischer Regenwald und ein malerischer, menschenleerer Strand machen die Inselumrundung zu einem Erlebnis. In den Korallenfelsen hier leben einige Krebse, die jedoch recht scheu sind, eine Herausforderung für die Geduld des Photographen. Zurück auf der Anlegerseite lockt der Badestrand, ebenso kann man mit dem Glasbodenboot über das Riff düsen, um wenigstens einen Teil der Unterwasserwelt zu sehen. Gegen Mittag fahre ich dann wieder mit der Fähre zurück.

 

Wieder in Cairns statten wir dem botanischen Garten einen Besuch ab, der außerhalb des Zentrums im Norden von Cairns liegt. Der Garten ist wirklich sehr sehenswert, schön gemacht und sehr informativ. Es gibt auch einen Rainforrest-Walk, auf dem man durch verschiedene Arten von Regenwald spazieren kann, ebenso existiert ein langsam fließender Fluss, an dem man kleine Schlammspringer am Ufer zwischen den Wurzeln der Mangroven sehen kann. Ein Ausflug hierhin lohnt sich wirklich. Nebenan wurden einige große Tanks aus dem 2. Weltkrieg umgenutzt, sie beinhalten jetzt eine Ausstellung moderner Kunst und ein Theater, eine sehr surreale Anlage inmitten der tropischen Bäume.

 

Am nächsten Tag ist mein Fahrrad immer noch nicht eingetroffen, so dass ich einen weiteren Tag in Cairns bleiben muss. Langweilig ist es noch lange nicht, ich fahre wieder zum botanischen Garten, diesmal schaue ich bei den beiden Seen hier vorbei (ein Salzwasser- und ein Süßwassersee), auch hier eine wundervolle Landschaft. Einige Fotos später wandere ich die Wanderwege hoch zum Mount Whittfield, ein Pfad führt hier durch dichten tropischen Regenwald, eine schöne, einsame Wanderung bei dem heutigen Nieselregen (da merkt man gleich, woher der Name REGENwald stammt). Hier oben sichte ich auch mein erstes Känguruh, eines jener kleinen Geschöpfe, die im Dickicht des Waldes leben. Zwei große Kröten und einige Kolonien von grünen Ameisen runden das Naturerlebnis ab.

 

Am nächsten Tag ist es dann endlich soweit: Mein Fahrrad trudelt im Hostel ein. Der Karton ist zwar heftig ruiniert, aber erstaunlicherweise ist das Fahrrad trotzdem völlig unversehrt. Also Fahrrad zusammengesetzt, Taschen ran und los geht es. In den nächsten Tagen werde ich zunächst an der Küste entlang nach Norden zum Cape Tribulation radeln. Danach geht's zurück bis kurz vor Cairns, wo die Runde ins Atherton Tableland beginnt, einem schönen Hochlandplateau. Diese Tour macht einen weiten Bogen ins Binnenland, um dann südlich von Cairns wieder an die Küste zu stoßen. Die folgende Karte zeigt die Tour (die orangen Quadrate sind Orte, die Ortsnamen werden angezeigt, wenn man mit dem Mauszeiger darauf zeigt).

 

 

Das Radfahren mit vollem Gepäck ist doch jedes mal wieder stark gewöhnungsbedürftig, das ganze Fahrrad ist zuerst superwackelig, nach 500m hat man sich zumindest soweit daran gewöhnt, dass das Bike halbwegs unter Kontrolle ist. Zunächst geht es direkt auf den Highway, nach einigen Kilometern gibt es einige Abzweigungen zu den Stränden in Cairns Norden. Bei Palm Cove mache dann auch ich einen neugierigen Abstecher zum Meer, hier stehen wirklich schöne Häuser, die Reichen geben sich hier ein Stelldichein. Nach einer kurzen Stippvisite geht's weiter, bald schon verläuft der Highway direkt am Ufer entlang, wo sich ein schöner, menschenleerer Strand an den nächsten reiht. An einigen mache ich kurze Rast, erstaunlich, dass die Leute hier nicht in Massen im Sand liegen... An einer Stelle geht der Sandstrand in eine Mangrovenlandschaft mit vorgelagerten Sandbänken über, ein wundervoller Anblick. Der einzige Wermutstropfen sind die vielen toten Känguruhs, die am Straßenrand liegen, mindestens 4 zähle ich alleine an diesem Tag... Nach 62km folgt dann der Abzweig nach Port Douglas, nach 72km bin ich am Ziel. Mein Zelt findet seine Heimat auf dem "Tropical Breeze" Campingplatz, es folgt eine heiße Dusche, um wieder einen Menschen aus mir zu machen. Dann wird der Supermarkt geplündert, bevor ich einen Blick auf den 4-Mile-Beach und ins Stadtzentrum werfe. Port Douglas ist wundervoll auf einer Landzunge gelegen, auf beiden Seiten gibt es schöne Strände. Am nördlichen Ufer steht die Kirche St. Mary at the Sea, deren Altarbild einfach nur ein Fenster ist, das den Blick auf das dahinterliegende Meer freigibt. Eine wundervolle Idee, was für ein Südseezauber!

 

Am nächsten Tag geht es gleich weiter nach Norden, Cape Tribulation ist mein Ziel. Morgens früh gleich los, um der sengenden Hitze noch ein wenig zu entgehen. Gegen Mittag wird's heftig, mit Socken schütze ich meine Handrücken vor dem Verbrennen, ein Tuch unterhalb des Helmes schützt meinen Nacken und die Ohren vor der senkrechten Sonneneinstrahlung. Wahrscheinlich ein merkwürdiger Anblick für die Australier, die im Auto an mir vorbeidüsen. Die Landschaft wandelt sich ein wenig, viele Zuckerrohrfelder und einige Bananenplantagen säumen die Straße, nirgendwo gibt es hier schattenspendenden Regenwald. Das ändert sich schlagartig, als ich den krokodilreichen Daintree River erreiche: Nach der Überfahrt mit der Fähre landet man direkt im Wald. Das ist zunächst sehr angenehm, nach einer kurzen erholsamen Fahrt beginnt jedoch der Anstieg zum Alexandra Lookout. 400 steile Höhenmeter sind zu bewältigen, die Hitze ist ebenfalls nicht gerade hilfreich. Den letzten Kilometer schiebe ich mein Rad, noch bin ich einfach nicht fit genug für diesen Berg. Dafür entlohnt mich oben der Ausblick über das Meer, ein erhabenes Gefühl. Von nun an geht's fast nur noch bergab, im dichten Regenwald raschelt es oftmals, wenn einige Tiere sich bei meinem Anblick verkrümeln. Insbesondere überrasche ich einen knapp 2m langen Goana, ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass diese Echsen hier so groß werden!

 

Dann bin ich endlich am heutigen Etappenziel angelangt: Dem Noah Head Zeltplatz direkt im Nationalpark. Zu meiner Überraschung zelten auf diesem Minimalzeltplatz keine naturverliebte Einzelgänger, sonder nur ganze Familien mit riesigen Vans, Zeltanhängern und sogar portablen Duschen. Eigentlich bin ich etwas enttäuscht, aber das gibt sich sofort, als meine Nachbarn mir sowohl eine Dusche als auch ein eiskaltes Bier aus dem Kühlschrank anbieten. Der Zeltplatz ist nur wenige Meter vom Strand entfernt, der hier auch recht menschenleer ist. Endlich bin ich richtig draußen in der Natur, eine schöne Nacht im Zelt liegt vor mir.

 

Am nächsten Morgen fahre ich zum nahegelegenen Maardja Boardwalk, einem Naturlehrpfad durch den Regenwald und die Mangrovensüpfe. Nach einer sehr lehrreichen Stunde radel ich dann endgültig weiter zum Cape Tribulation, wo ich nördlich der Landzunge eine Weile am Strand verbringe. Dann versuche ich mich noch etwa zwei Stunden am Bloomfield Track, der ungeteerten Trasse, die von hier aus nach Norden in Richtung Cooktown führt. Aber bei dem jetzigen Zustand der Strecke, den heftigen Steigungen und mit meinem ganzen Gepäck ist das einfach nicht zu machen. Schade eigentlich, ich habe also den nördlichsten Punkt meiner Reise bereits erreicht... Zurück am Ferienresort am Cape Trib treffe ich einen deutschen Radler, mit dem ich ein wenig Klöne. Axel ist auch von Cairns hierher geradelt und will in ein paar Minuten mit dem Bus zurück nach Cairns. Keine schlechte Idee, da ich nach Norden nicht weiterkomme geht es also kurzerhand entschlossen mit dem Bus wieder zurück nach Port Douglas. Und da bleibe ich gleich noch weitere zwei Tage, diesmal wieder in einem Hostel: Manchmal geht doch nichts über ein richtiges Bett. Hier lerne ich denn auch Jana kennen, mit der ich später noch einige Stücke gemeinsam reisen werde.

 

Von Port Douglas lasse ich mich mit dem Bus kurz vor Cairns am Highway absetzen, von hier aus will ich ins Binnenland ins Atherton Tableland radeln. Doch auch hier hat der liebe Gott den Schweiss vor den Lohn gesetzt: Es geht zunächst wieder 400 Höhenmeter hinauf auf die Kuranda Range. Auch diese Steigung quält mich heftig, als ich nach 10km Strecke oben bin, ist meine Kondition schon arg angeschlagen. Es geht hinab nach Kuranda, einem Touristenort par Excellence. Also bin ich nach 5 Minuten wieder unterwegs, diesmal, um mit Erstaunen festzustellen, wie schnell sich die Landschaft hier ändert. Nach drei Kilometern ist der Regenwald einer Steppenlandschaft gewichen, hier gibt es das schöne, braungelbliche Spinnifex-Gras und einige Termitenhügel. Nach insgesamt 35km bin ich schon relativ geschafft, so dass ich nicht mehr bis Mareeba weiterfahre, sondern die Sandpiste zum Davies Creek nehme. Hier gibt es eine schöne Stelle direkt am Fluss, wo das Zelten im Nationalpark erlaubt ist. Außer mir ist niemand an diesem wundervollen Ort, so dass ich alleine direkt am Fluss im Sonnenuntergang mein Abendessen koche und dann auch geschafft in den Schlafsack krieche. Ein spannendes Gefühl, so ganz einsam die Nacht zu verbringen, die merkwürdigen Geräusche von Fluss, Wind und Tieren lassen mich zweimal aufwachen, es ist schon manchmal beunruhigend (aber wunderschön).

 

Am nächsten Morgen geht es weiter, nach einem Frühstück am Fluss fahre ich die Piste zurück zur Hauptstraße, um dann nach Mareeba weiterzufahren. Die Städtchen hier sind alle recht klein und unscheinbar, ich mache nur eine kurze Rast und radle weiter. Jetzt geht es nach Süden in Richtung Atherton. So langsam geht es weiter bergan, die Steppe weicht oftmals Agrarland, auf dem Bananen und Mangos angebaut werden, es gibt auch einige Winzereien (auch eine, die Mangowein herstellt) und Destillen, sogar Tee wird hier produziert. Es ist wieder ein viel zu sonniger Tag, die Mittagshitze ist kaum auszuhalten. In dieser Landschaft mache ich erste Bekanntschaft mit einigen Vögeln, vermutlich Verwandte unserer Elstern, die in den Bäumen am Straßenrand brüten. Radfahren scheinen sie als Angriff zu betrachten, ohne Vorwarnung setzen sie im Sturzflug zur Verteidigung an. Die Ohren sind offenbar das primäre Ziel ihres Schnabels, allerdings bin ich aufmerksam genug, um jedesmal rechtzeitig mit den Armen zu wedeln, so dass die "Angreifer" nicht zum Zuge kommen. Das Spielchen passiert mir etwa 5 bis 6 mal auf dieser Strecke, dann ist wieder Ruhe (im Kosciuszko Nationalpark begegnen uns diese Kameraden noch einmal wieder).

 

Den lieben Tag lang fahre ich bergan, bergab durch die Felder, bis ich endlich in Atherton lande. Dort gibt es zwar ein wirklich hübsches Hostel, das jedoch ausgebucht ist, also bleibe ich auf dem Campingplatz, der ebenfalls prima ist. Dort angekommen überprüfe ich mein Hinterrad, das ein wenig am Bremsklotz schleift, und stelle fest, dass sich ein Riss im Felgenrand gebildet hat. So etwas kann übel ausgehen, aber der Fahrradladen in Atherton hat schon zu. Also werde ich zwei Nächte hier bleiben. Etwas gefrustet latsche ich noch in die Stadt und komme auf dem Weg am chinesischen Tempel vorbei, einem der wenigen Relikte aus den Goldrauschzeiten, als viele chinesische Einwanderer sich auch hier niedergelassen hatten. Der Tempel ist interessanterweise aus Wellblech gebaut... Etwas später führt mein Weg mich zum Platypus Pool, wo ich dann auch tatsächlich das örtliche Schnabeltier zu Gesicht bekomme. Das heitert mich schon ein wenig auf. Allerdings ist das Tierchen eher schlecht zu sehen und im Dämmerlicht ist auch meine Kamera nicht in der Lage, etwas Erkennbares aufs Foto zu bannen. Im Dunkeln geht's dann zurück zum Zeltplatz.

 

Den nächsten Tag verbringe ich damit, mein Fahrrad zu reparieren, ein neues Laufrad wird seinen Dienst in meinem Bike verrichten. Spannend bleibt, ob der montierte Plastik-Distanzring am Ritzelpaket halten wird, aber beim ersten Test sieht alles gut aus. Ansonsten ein ruhiger Tag auf dem Campingplatz. Am frühen Morgen bin ich noch wieder beim Schnabeltier vorbeigegangen und siehe da: Es lässt sich nicht nur blicken, sondern auch fotografieren. Dann kanns ja morgen weitergehen.

 

Es folgen die zwei spannendsten Tage der Tableland-Runde: Heute geht es bis ganz nach oben und zum Explosionskrater des Mount Hypipamee, morgen dann kommt die große Abfahrt hinunter bis ans Meer. Wie immer kommt erst die Arbeit und dann das Vergnügen, also trete ich kräftig in die Pedalen. Erst geht es an Wiesen vorbei, dann führt die Straße in den wundervollen Bergregenwald, der auf Grund der kühleren Temperaturen doch deutlich anders ausschaut als die bisherigen tropischen Regenwälder. Ein Abzweig führt zum Parkplatz am Mount Hypipamee, wo ich beim Abschließen meines Rades eine sehr unvermittelte Begegnung mit einem seltenen Tier habe: 3 Meter vor mir steht plötzlich ein Helmkasuar, ein etwa 1.70 Meter großer Laufvogel. Eigentlich nicht ganz ungefährlich, aber wir beäugen uns nur geduldig, ich mache in aller Seelenruhe ein paar Fotos (während andere Touristen erstaunt aus sicherem Abstand zuschauen). Und dann verschwindet der Kasuar ins Dickicht. Ich bin mehr als happy und spaziere gut gelaunt zum Krater, der wirklich beeindruckend ist. Es ist kein Lavakrater, hier wurde unterirdisch Gas so stark erwärmt, dass es sich durch die termische Ausdehnung eine jetzt noch 80m tiefe Röhre durch den Fels gesprengt hat. Was für Kräfte müssen hier gewirkt haben... Ein paar Meter weiter gibt es auch noch einen sehr schönen Wasserfall, eine wirklich schöne Gegend hier.

 

Meine Strecke führt wieder hinaus aus dem Regenwald, jetzt geht es noch ein gutes Stück bergauf. Ein kurzer Abzweig von meiner Route bringt mich auf den höchsten Punkt der höchsten Straße Queensland, bei 1143 Höhenmetern habe ich es geschafft. Von nun an kann es im wesentlichen nur bergab gehen, da kommt Freude auf. Schon recht früh erreiche ich mein Etappenziel: Millaa Millaa. Ich baue mein Zelt auf und fahre noch kurz zu den Millaa Falls, einem von vielen hübschen Wasserfällen in dieser Gegend, dann geht's zurück zum Zelt, wo mein Schlafsack auf mich wartet.

 

Der letzte Tag führt mich wieder hinunter auf Meeresniveau, tausend Höhenmeter geht's bergab. Wie ich schnell feststellen muss, bedeutet das nicht, dass es nur bergab geht, auch hier erwarten mich einige Kilometer mit starken Steigungen. Eine berauschende Fahrt beginnt, zum Teil geht's mehr als 10km nur bergab. Spannend ist es schon, mit einem vollbeladenen Fahrrad mit über 60kmh den Hang hinunter zu rasen. Einen wundervollen Einblick auf einen Fluß weit unten im Tal bietet Crawfords Lookout, eine Schneise im ansonsten dichten Regenwald. Und dann geht es weiter hinunter, bis ich bereits gegen 11:00h in Innisfail ankomme. Dieser Ort kann mich überhaupt nicht locken, viele heruntergekommene Gebäude, der Tourismus scheint hier auf dem absteigenden Ast zu sein, nur einige Erntearbeiter lungern hier im Hostel herum (die sind jedoch sehr freundlich), so dass ich beschließe, sofort in den nächsten Bus nach Townsville zu steigen. Der lässt auch nur wenige Minuten auf sich warten, so dass ich in Eile mein Fahrrad präpariere, alles einlade und diese Radtour im tropischen Queensland nun ihr Ende findet.

 

Auf der nächsten Seite folgt die  Fortsetzung dieser Reise, oder es geht zurück zum  Überblick.

 

 
Literatur:
 

Australien. Anne Dehne. Stefan Loose Verlag, Berlin, 2001. ISBN: 3-922025-58-7.

Australia Road Atlas. Lonely Planet Publications Pty Ltd, Footscray, Victoria, Australia, August 2000. ISBN: 1-86450-065-4.

Cycling Australia. Lonely Plane Publications Pty Ltd, Footscray, Victoria, Australia, April 2001. ISBN: 1-86450-166-9.

Weitere Literaturverweise und Links gibt es in den Seiten zu den einzelnen Orten, die im Text verlinkt sind.

 

 
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