Modified: 09.11.2003

 

Dies ist der alphabetische Index aller Begriffserklärungen, die zur Architektur und Baustilkunde in den Texten erwähnt sind.

 
Einträge A bis E
 
Basilika:
Ursprünglich Königshalle (wohl nach der Halle des Archon Basileus in Athen), Konstruktion eines großen Hauptschiffes, das an den Längsseiten von jeweils einem oder mehreren niedrigeren Seitenschiffen ergänzt wird. Von den Römern zunächst als Mehrzweckhallen gebaut (Markthalle und Gerichtssaal), später von den Christen als Grundform der romanischen Kirchen übernommen. Lichteinfall durch Obergaden an den Längsseiten des Hauptschiffes, oberhalb der Seitenschiffe. In der Romanik richten sich die Maße nach dem gebundenen System, d.h. die Breite der Hauptschiffsjoche ist ein ganzes Vielfaches der Seitenschiffsjoche (i.d.R. doppelte oder dreifache Breite), so daß alle Längen aus den Abmessungen der Vierung gewonnen werden können. Die Basilika wird im Laufe der Jahrhunderte zunehmend ergänzt, z.B. durch Chor, Türme und Westwerk. Im späten Mittelalter wird die Bauform der Basilika durch die Hallenkirche abgelöst.

ELSA (Evangelisten-Symbole):
Abkürzung für die vier Evangelistensymbole Engel, Löwe, Stier, Adler. Die vier Evangelisten werden im Mittelalter vielfach durch ihnen zugeordnete Symbole dargestellt. Hier die einzelnen Symbole, die ihnen zugeordneten Evangelisten und eine exemplarische Abbildung dazu:

Engel: Matthäus. Löwe: Markus. Stier: Lukas. Adler: Johannes.

 
 
Einträge F bis J
 
Fiale:
Kleine Ziertürmchen ohne Funktion, vorwiegend an Strebepfeilern oder auf Türgiebeln. Gotisch.
 
 
Einträge K bis O
 
Lettner:
Eine Trennwand zwischen dem Hauptschiff, in dem die Gemeinde dem Gottesdienst beiwohnte, und dem Chor, der den Klerikern vorbehalten war. Lettner waren seit dem 13. Jahrhundert üblich. Der Lettner hatte einen oder mehrere Durchgänge, verwehrte aber den freien Blick in den Chor. Lettner waren nach der neuen Liturgie (im wesentlichen durch die Reformation) nicht mehr zeitgemäß, da sie den Blick auf das Meßopfer verstellten. Daher wurden die meisten seit dem Ende des Mittelalters zerstört.

Schleswig:

 
Einträge P bis T
 
Stützenwechsel:
Die Pfeiler einer Basilika wurden oftmals unterschiedlich gestaltet, um den strengen Eindruck der schlichten Architektur aufzulockern. Gewöhnlich sie die Pfeiler der großen Joche des Hauptschiffs anders gestaltet, als die zu den Nebenschiffsjochen gehörigen. Ergeben jeweils zwei Joche des Nebenschiffs die Länge eines Hauptschiffsjoches, so ergibt sich eine stets alternierende Abfolge. Kommen jeweils drei Nebenschiffsjoche auf ein Großes, so folgen auf jeden Haupschiffspfeiler zwei des Nebenschiffes, die i.d.R. etwas zierlicher gehalten sind. Diese Abfolge zeigt z.B.  St. Michael in Hildesheim (siehe auch Bild links).


 
Einträge U bis Z
 
Westwerk:
Ist der Raum einer Kirche gewöhnlich auf den Altar im Osten hin ausgerichtet, so entwickelt sich zunächst im karolingischen Zeitalter ein Vorbau der Kirche im Westen. Dieser wird als Westwerk bezeichnet und beherbergte häufig die Taufkapelle. Das Obergeschoß bot vermutlich den Raum für die Herrscher und ihr Gefolge, so daß die immer stärkere bauliche Dominanz des Westwerks auch ein Zeichen der zunehmenden weltlichen Macht der mittelalterlichen Kaiser verkörpert. Seit dem Hochmittelalter ist es gewöhnlich der Westteil, der die Kirchtürme aufnimmt.

 

 
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