Modified: 07.05.2003

Schleswig ist eine ruhige Stadt in Schleswig Holstein, auf halber Höhe zwischen Kiel und Flensburg. Die Stadt ist malerisch an der Schlei gelegen und ist die Nachfolgerin der nahegelegenen, um 1050 zerstörten Stadt Haithabu (heute eine Ausgrabungsstätte). Besondere Bekanntheit haben der Dom St. Peter und das Residenzschloß Gottorf (aus dem 16./17. Jahrhundert) erlangt. Im Schloß ist heute das Schleswig Holsteinische Landesmuseum untergebracht.

 

 
 
Dom St. Peter:
 

Der Dom St. Peter ist ein schönes Exemplar der norddeutschen Backsteingotik. Sein Turm scheint das gotische Streben nach dem Himmel förmlich zu verkörpern, obwohl er in Wirklichkeit nicht zu den höchsten Türmen gehört. Er ist auch wesentlich neueren Ursprungs als der große Rest des Domes und wurde während einer umfassenden Renovierung zwischen 1888 und 1894 hinzugefügt. Bis dahin besaß der Dom keinen Turm. Der Dom ist aus einer Basilika, die Ende des 12. Jahrhundert fertiggestellt wurde, schrittweise zu seiner jetzigen Form erweitert worden. Das Langhaus wurde ab etwa 1230 in seiner jetzigen Form eingewölbt, gegen 1270 erfolgt der Beginn des Neubaus eines Hallenchores, diesmal im gotischen Stil (das Langhaus selbst ist noch romanisch gewölbt). Die Seitenschiffe wurden erst in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts hinzugefügt. Sie haben dieselbe Höhe wie das Mittelschiff, so daß auf diese Weise eine Hallenkirche entstanden ist.

Im Inneren des Domes gibt es einige Schönheiten zu sehen. Hier gibt es z.B. noch einen Lettner, der den Chor (und damit die Priester, die dort saßen) vom Rest der Kirche abtrennt. Der Lettner ist aus weißem Kalkstuck und wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts in die Kirche eingefügt. Ein Lettner ist im evangelisch-lutherischen Norden eher selten, da er natürlich im krassen Gegensatz zur lutherischen Liturgie (in der die Predigt zur Gemeinde das einzig Wichtige ist) steht. Ein sehr schönes Kunstwerk ist das Grabmal König Friedrich I., welches am östlichen Ende des nördlichen Seitenschiffs seinen Platz gefunden hat. Ursprünglich stand es wohl direkt im Chor. Die Schrifttafel am Fußende des Grabmals zeigt ein Gesicht, dessen klagender Gesichtsausdruck beklemmend naturgetreu ist.

Zur alten Ausstattung gehört auch der sog. Bordesholmer Altar von Brüggemann (vollendet 1521), der in seiner Größe (mehr als 12m hoch und mehr als 7m breit) und den figürlichen Darstellungen seinesgleichen sucht. Weiterhin befinden sich noch einige Epitaphe aus späterer Zeit (Barock). Bemerkenswert sind auch die schmückenden Wand- und Deckenmalereien, die sowohl Pflanzendekor (entlang der Gewölberippen) als auch Szenen der Bibel beinhalten. Aus neuerer Zeit sind die Glastüren des Südportals, durch das man St. Peter gewöhnlich betritt; sie sind mit schönen Griffen versehen, die die Bildsymbole der vier Evangelisten zeigen.

 

 
 
Literatur:
 

Einige Informationsquellen über Schleswig und seine Gebäude:

Der Dom in Schleswig. Verlag Langewiesche, Postfach 1327, D-61453 Königstein im Taunus.


 
 
 Anregungen, Lob und Kritik nehme ich gerne entgegen.