Modified: 06.04.2003

Lunden ist ein kleines, relativ unbekanntes Dorf, das jedoch eine kleine historische Sensation zu bieten hat: Den Geschlechterfriedhof. Die zugehörige Kirche ist sehr schön erhalten. Der Spaziergang vom Bahnhof zum Friedhof führt an schönen Häusern vorbei durch idyllische Stille.

 

 
 
Geschlechterfriedhof:
 

Dithmarschen ist im späten Mittelalter in einer recht außergewöhnlichen Situation: Es ist ein Bauernfreistaat. Die hier ansässigen Bauern mußten also nicht einen Großteil ihrer Produktion bei Lehnsherren abliefern und bewirtschafteten ihren eigenen Boden. Mehrere Eroberungszüge der Dänen scheiterten, erst 1559 gelang die Unterwerfung. Bis dahin hatten die Dithmarscher Bauern also allen Grund, ein starkes Standesbewußtsein zu entwickeln. Und so kommt es, daß sie es sich ebenso wie der damalige Adel leisteten, sich in unterirdischen Grüften beisetzen zu lassen. Hier in Lunden finden wir einen solchen Friedhof, auf dem sich die Bauerngeschlechter bestatten ließen. Unter zwei mannhohen Steinplatten befindet sich jeweils der Eingang in eine Gruft eines Bauerngeschlechts. Eine der vorhandenen Grüfte kann zu bestimmten Zeiten besichtigt werden.

Die alten Grabplatten zeigen die Geisteswelt der Menschen des Mittelalters. In den Ecken finden wir häufig die Symbole der vier Evangelisten. Im Gegensatz zu Grabplatten andernorts wird hier jedoch nicht nur auf die kirchliche Symbolik zurückgegriffen. So ist die Grabplatte i.d.R. von einem großen Familienwappen geziert, das einen wesentlichen Teil der Fläche füllt.

 

 
 
Literatur:
 

Einige Informationsquellen über Lunden und seine Gebäude:

Leider habe ich keine Literatur zu Lunden. Der Geschlechterfriedhof ist im  Dehio zu Schleswig-Holstein aufgeführt.


 
 
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