Modified: 16.11.2003

Seit nunmehr 30 Jahren bin ich in Hamburg zu Hause. Dabei lernt man natürlich den einen oder anderen schönen Platz kennen. Und auch einige nette Lokalitäten, in denen man tolle Cocktails oder gutes Essen bekommt. Oder wo man einfach nur nett sitzen kann. Einige davon stelle ich einfach mal vor. Weitere schöne Gebäude finden sich auf meiner  Hamburg Seite in der Architektur-Sektion.

 

 
 
Bars & Pubs:
 
Christiansen, Fischmarkt.
Nach einigen Besitzerwechseln heißt diese Bar nun Christiansen's und ist besser als je zuvor. Der Besitzer ist ein Barkeeper, wie er im Buche steht, und das Personal ist nett bis morgens um 6:00. Die Cocktails sind erstklassig, eine der Spitzenbars in Deutschland. Am Wochenende proppevoll, in der Woche eher ruhig und sehr angenehm.
Bambus, Brüderstraße, Großneumarkt.
Der Name ist Programm: Jedes Einrichtungsstück besteht aus Bambus, selbst der Tresen. An der Wand sorgen einige nette Bilder von Cuba für noch mehr Südsee-Feeling. Die Bar ist ein Ort der Ruhe, niemals laute Musik, selten überfüllt. Leider nur freitags und samstags geöffnet, aber wer will, kann den Laden auch mal mieten. Die Cocktailauswahl ist riesig, die Cocktails sind seit Jahren durchgehend gut, die Preise sind günstig. Prima.
Amphore, Hafenstraße.
Was für ein Ausblick. An schönen Tagen kann man draußen in der Sonne sitzen und auf die Elbe sehen. Hier läßt sich's frühstücken bis nachmittags um drei. Sehr, sehr nettes Personal, ein solides, nicht exotisches Frühstück, und auch am Sonntag gibt's kein Brunch, so daß man sich auch sonntags hier nicht drängeln muß.
Trotzdem, Kanalstraße.
Seit vielen Jahren schon an diesem Ort und immer gut besucht, aber kein Gedrängel. Das Personal ist immer freundlich, die Speisekarte zeigt Kleinigkeiten, die man nirgendwo anders in dieser Art findet: Jaffels (= Toasts), Klappstulle (= Brot mit Frikadelle), Gemüsedips (von denen man satt wird). Bei den Getränken interessante Variationen, um nur zwei zu nennen: Bananenweizen und Elbwasser (der dunkle Bruder vom Alsterwasser). Und auf dem Tresen die guten Haribo-Behälter; der Nachhauseweg fällt mit einer Wegzehrung in Form von weißen Mäusen oder Salinos doch deutlich leichter...
Golden Pudel Club, Hafenstraße.
Independent bis zum Abwinken. Hier gab's bis vor kurzem noch Drehtrink (die Plastikflaschen, die man aus seiner Kindheit noch kennt). Ansonsten Bier in Flaschen, alles in etwas schmuddeliger Atmosphäre. Im Anzug ist man hier völlig fehl am Platze. Öfter mal Livemusik, auf jeden fall immmer sehr innovative Musik. Jeden Tag etwas anderes, prima, um mal neue Sachen in die Ohren zu kriegen. Ein Muß in der Musikszene.
Ahoi, Hafenstraße.
Es mußte in Hamburg einfach einen Laden mit diesem Namen geben. Hier ist er: Einigermaßen renoviert, doch zum Glück immer noch nicht nobel. Nette Leute hinterm Tresen legen lustige Musik auf, merkwürdige Bilder werden an die Wände und Decke projiziert. Etwas abgefahren, aber nett.
Havanna Bar, Fischmarkt.
Auch ein Negativbeispiel darf nicht fehlen in dieser Liste. Hier ist es. Eigentlich könnte die Welt so schön sein. Die Havanna-Bar ist definitiv eine der schönsten Bars in Hamburg. Ein hoher Raum mit Ventilatoren an der Decke, ein unglaublich dekorativer Tresen, Palmenatmosphäre, hübsches Publikum. Auch die Cocktails sehen nach was aus. Unglaublich dekoriert mit allen Früchten, die man in der Südsee finden kann. Dieser Obstsalat kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, daß klassische Cocktails hier grottenschlecht gemixt werden. Dann lieber einmal in den Laden hineinsehen und zum Trinken weiterschlendern in die Orkanbar gegenüber.
Café Fes, Museum für Hamburgische Geschichte, Holstenwall.
Das schönste Café in Hamburg. Der Museumsinnenhof wird von einem Glasdach überspannt, unter dem man auch im Winter inmitten von Palmen sitzen kann. Sonntags gibt es Brunch, leider immer ausgebucht (bis zu zwei Wochen vorher bestellen, wenn man mit mehreren Leuten kommen will) und etwas überfüllt, aber sehr gutes Essen. Tip: Lieber am Samstag hingehen, da gibt es zwar keinen Brunch, aber immer noch ein gutes Frühstück, und das in sehr ruhiger Atmosphäre.
Café Canale, Pölchaukamp.
Ein kleines, ruhiges Café, von außen sehr unscheinbar. Im Hinterhof kann man bei gutem Wetter jedoch draußen sitzen und von drinnen kann man schön auf den Kanal schauen. Das Frühstück ist nicht spektakulär, aber gut, die stilvolle Einrichtung sorgt dafür, daß man gerne ein Stündchen länger hier sitzt.
Doc Cheng's, Neuer Jungfernstieg.
Unten im weltberühmten Hotel Vierjahreszeiten gibt es ein Restaurant mit Bar namens Doc Cheng's. Und die Bar hat es auf ihre Weise in sich. Hier gibt es gute Cocktails, natürlich alle Klassiker und einige Exoten. Cocktails mit Grüntee, Guavensaft oder gar Wasabi finden sich auf der Karte. Und sehr gepflegt, wenn auch manchmal das Sehen und Gesehenwerden einen Teil der Atmosphäre ausmacht.
Bar Migeel, Winterhuder Weg.
Eine nette kleine Bar, sehr persönlich, manch netter Cocktail, den es anderswo nicht gibt, und ein hervorragender Barmann und Besitzer. Mein zweites Wohnzimmer, sehr zu empfehlen.

 
 
Schöne Plätze:
 
Planetarium, Stadtpark.
Dies ist der ruhige Teil des Stadtparks. Direkt am riesigen Brunnen (eher ein Teich, die Wasserpumpen sind fast nie an) finden sich einige Bänke, auf denen sich's gut aushalten läßt. Hundebesitzer marschieren vorbei, ältere Menschen ruhen sich aus. Hier habe ich viele Stunden meines Studiums über Büchern verbracht. Wenn das Wetter mitspielt, bietet die angrenzende kleine Wiese Gelegenheit zu einem Sonnenbad (ohne den Lärm und das hektische Treiben der großen Wiese des Statdparks).
Aussichtsplatz, Alter Elbtunnel.
Geht man von den Landungsbrücken durch den alten Elbtunnel und hält sich gleich links, wenn man den Zoll passiert hat, so gelangt man zu einem Aussichtspunkt erster Güte. Das ganze Panorama von Hamburg läßt sich hier über die Elbe erblicken. Ist der Platz auch am Wochenende von Touristen bevölkert, so kann man hier bei stürmischem Wetter und in der Woche doch mal so richtig ausspannen.
Tropengewächshaus, Planten un Blomen.
Nicht wirklich unbekannt, aber einer der schönsten Plätze Hamburgs, ist das Tropengewächshaus im alten botanischen Garten. Im Gewächshaus diverse Abteilungen, jede mit ihrem eigenen Klima (von tropisch-schwül bis eher kühl), vor dem Gewächshaus einige Terrassen, zum ehemaligen Burggraben hin abfallend. Hier stehen gemütliche Stühle und laden dazu ein, nach der Hektik in der Innenstadt noch ein wenig zu verweilen. Das ganze Ensemble wurde kürzlich unter Denkmalschutz gestellt, so daß dieser Platz wohl noch lange erhalten bleibt. Schööön...
Botanischer Garten, Klein Flottbek.
Die von der Hansestadt wirklich nicht verwöhnte Universität bietet der Allgemeinheit vielerlei Wundervolles zum Nulltarif. Zum Beispiel den Besuch im  Botanischen Garten. Eine sehr schöne Anlage, im See einige künstliche Inseln mit Parkbänken (auf meiner Lieblingsinsel wachsen 3 Gingko-Bäume und eine Araucarie) und sogar einige Redwood-Bäume. Dazu ein sehr engagiertes Programm mit Führungen durch den Garten, Pflanzentauschbörse und Sommerkonzerten im großen Gewächshaus (in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater). Wenn man Pflanzen mag, ein absolutes Muß.
Kontorhausviertel, Innenstadt.
Südlich der Steinstraße zieht sich ein Viertel mit Kontorhäusern aus den 1910'er und 20'er Jahren. Das berühmteste ist wohl das Chilehaus, das von Fritz Höger für den Salpeterhändler Henry Sloman entworfen wurde. Direkt gegenüber der Meßberghof, in dem sich eines der schönsten Treppenhäuser der Welt befindet. Und von dem aus auch eines der schrecklichsten Kapitel der deutschen Geschichte geschrieben wurde: Hier befand sich die Firma, die die Konzentrationslager der Nazis mit den Chemikalien belieferte, mit denen Millionen von Häftlingen getötet wurden. Einige kleine Läden gibt es hier, einige Wohnhäuser (die zur Architektur des dritten Reiches gehören), eine bunte Mischung. Leider kein Platz zum Verweilen (bis auf das Café in der Spitze des Chilehauses), aber immer einen Blick wert.

 
 
 Anregungen, Lob und Kritik nehme ich gerne entgegen.